Recht & Pflichten

Wie die Auftragsbuch App Änderungen festhält — und was ein Prüfer damit anfangen kann

Änderungsprotokoll mit Hash-Kette, Vorher/Nachher-Historie, Begründungspflicht und Storno statt Löschung: die Mechanismen hinter der Nachvollziehbarkeit, verständlich erklärt.

2026-09-13

Bei einer Prüfung durch die Genehmigungsbehörde, das Finanzamt oder den Zoll taucht früher oder später die Frage auf: Kann man in dem System, mit dem das Auftragsbuch erstellt wurde, nachträglich etwas ändern, ohne dass es auffällt? Dieser Artikel beschreibt, wie die Auftragsbuch App diese Frage beantwortet. Er beschreibt Mechanismen und ihre Grenzen. Wie eine Behörde das im Einzelfall bewertet, kann und soll er nicht vorwegnehmen.

Was die Prüfer wissen wollen

Die drei Prüfertypen stellen unterschiedliche Fragen:

Die App beantwortet alle drei Fragen mit denselben Bausteinen.

Baustein 1: Ein Änderungsprotokoll, das nur wächst

Jede Änderung an Fahrt-, Fahrer-, Einstellungs- und Abrechnungsdaten erzeugt einen Eintrag im Änderungsprotokoll: wer (das angemeldete Konto, der Anbieter im Support-Fall oder ein automatischer Lauf), wann, welcher Datensatz, welche Begründung. Das Protokoll ist so gebaut, dass Einträge nur angefügt werden können. Die Datenbank selbst weist Änderungen und Löschungen an Protokolleinträgen ab.

Baustein 2: Die Hash-Kette

Jeder Protokolleintrag trägt eine Prüfsumme (SHA-256), die den Inhalt des Eintrags und die Prüfsumme des vorherigen Eintrags einschließt. Wird ein Eintrag im Nachhinein verändert, passt seine Prüfsumme nicht mehr, und alle folgenden Einträge passen ebenfalls nicht mehr. Wird ein Eintrag entfernt, fehlt eine Nummer in der fortlaufenden Folge. Beides ist erkennbar, für den Anbieter genauso wie für einen Prüfer, der die Kette selbst nachrechnet.

Baustein 3: Vorher und Nachher

Bei jeder Änderung an einem Datensatz hält die App die alte und die neue Fassung fest, zusammen mit Zeitpunkt, Akteur und Begründung. Wer den Fahrpreis einer Fahrt von 31,20 € auf 13,20 € korrigiert, hinterlässt beide Werte. Diese Historie wird durch das Änderungsprotokoll mit abgesichert.

Baustein 4: Begründungspflicht und Storno statt Löschung

Manuelle Korrekturen, die Auswertungen rückwirkend verändern, verlangen eine Begründung: die Änderung oder das Storno einer von Hand erfassten Fahrt, Änderungen an Fahrer-Stammdaten wie dem Grundlohn, manuelle Lohn-Eingaben und Rechenparameter. Von Hand erfasste Fahrten werden nie gelöscht, sondern storniert. Sie bleiben durchgestrichen sichtbar und fallen aus dem Auftragsbuch heraus. Automatische Läufe tragen einen festen Grund-Code, damit sich manuelle und automatische Änderungen maschinell unterscheiden lassen.

Baustein 5: Jedes Dokument wird protokolliert

Jedes Auftragsbuch, jeder Behörden-Export, jeder Arbeitszeitnachweis und jeder Lohnbeleg wird beim Herunterladen mit seiner Prüfsumme festgehalten. Legt ein Unternehmer der Behörde ein PDF vor, lässt sich nachweisen, dass genau diese Datei zu diesem Zeitpunkt aus dem System kam. Monatsdokumente tragen zusätzlich Prüfsummen über die zugrunde liegenden Fahrten. Weicht der Datenbestand später ab, ohne dass die Historie das erklärt, meldet die wöchentliche Prüfung das.

Baustein 6: Wöchentliche Prüfung und Alarm

Jeden Montag prüft die App für alle Konten die Kette, die Nummernfolge, die Historie und die Monats-Prüfsummen. Das Ergebnis landet selbst im Änderungsprotokoll. Bei einem Befund erhält der Anbieter eine E-Mail. Jeder Nutzer kann dieselbe Prüfung jederzeit im Konto unter „Nachweise” auslösen.

Was der Unternehmer der Behörde geben kann

Im Konto gibt es unter Nachweise drei Unterlagen:

  1. Verfahrensdokumentation (PDF): Beschreibt das System, die Mechanismen, die Aufbewahrung und die Grenzen, datiert und versioniert. Für alle Konten gleich.
  2. Integritätsnachweis je Monat (PDF): Prüfergebnis zum Erstellzeitpunkt, alle Ereignisse des Monats, ausgelieferte Dokumente mit Prüfsumme, Korrekturen und Stornos mit Begründung. Das Dokument zum Abgeben zusammen mit dem Auftragsbuch.
  3. Prüfprotokoll (JSON): Alle Einträge mit Prüfsummen, die vollständige Historie und das Rezept zum Nachrechnen. Für Prüfer, die selbst rechnen wollen.

Die Grenzen, ehrlich benannt

Die App erkennt Veränderungen, sie verhindert sie nicht. Wer Zugriff auf den Server hat, kann Daten verändern. Die Kette, die Nummernfolge und die Prüfsummen machen das sichtbar; der Anbieter hat genau dieses Szenario in der Produktionsumgebung durchgespielt und die Erkennung dokumentiert. Es gibt keinen externen Zeitstempeldienst und kein zertifiziertes Archiv. Die gesetzliche Aufbewahrungspflicht (§ 147 AO, § 49 PBefG) liegt beim Unternehmer. Die App ist ein technisches Hilfsmittel, das die buchmäßige Nachvollziehbarkeit unterstützt.

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Stand: September 2026.